Wunder und Wunderfrage



Die Verwendung der Wunderfrage im Vorgespräch

Die »Wunderfrage« ist eine Methode der lösungsfokussierten Therapie von Steve de Shazer,

bei der es für den Ratsuchenden darum geht, aus dem Problemzustand herauszukommen

und sich in einen Lösungs- und Zielzustand zu versetzen. Dies soll ihm einen besseren Zugang zur Lösung ermöglichen. Der Ansatz wurde von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer übernommen. Um den Ratsuchenden in den Lösungszustand zu versetzen, wird im Vorgespräch einer Systemischen Strukturaufstellung die Wunderfrage gestellt. Diese kann etwa folgendermaßen lauten: »Stellen Sie sich vor, Sie gehen nach Hause und legen sich wie immer ins Bett. Während Sie heute Nacht schlafen und es ganz ruhig ist, geschieht ein Wunder. Das Wunder besteht darin, dass das Problem, das Sie hierher geführt hat, gelöst ist. Allerdings wissen Sie nicht, dass ein solches Wunder geschehen ist, weil Sie ja geschlafen haben. Wenn Sie also morgen früh aufwachen – was wird dann anders sein, durch was bemerken sie, dass ein Wunder geschehen ist und dass das Problem, das Sie hierher geführt hat, gelöst ist?« Diese »Wunderfrage« ist eigentlich keine Frage. Sie löst vielmehr ein Prozess aus, durch den der Ratsuchende anschließend geführt wird.


Aufstellen des »Wunders«

Bei vielen Strukturaufstellungen (z. B. bei der Neun- bzw. Zwölffelder-Aufstellung) wird deshalb auch das Element »Wunder« aufgestellt. Das »Wunder« kann verschiedene Aufgaben in der Aufstellung übernehmen. Es kann:

  • eine Kraftquelle für den Fokus oder das Ziel sein,

  • ein Berater sein, wie etwa die »Weisheit« in einer Glaubenpolaritätenaufstellung oder die »fünfte Position« in einer Tetralemmaaufstellung,

  • ein Barometer für den Prozess, das die Belastung des Fokus spürt.

Eine günstige Anordnung ist es, wenn der Fokus das Ziel und das Wunder gut sehen kann und wenn das Wunder rechts hinter dem Ziel steht. Üblicherweise geht es am Ende der Aufstellung dem Wunder gut.

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