Verwechslung/ Doppelbelichtung



Allgemein

Unter einer Doppelbelichtung versteht man, wenn eine Person, zu der man in engem Kon-

takt steht, unbewusst mit einer (meistens gleichgeschlechtlichen) Person aus der eige-

nen Herkunftsfamilie verwechselt wird. Diese Menschen werden – vergleichbar mit dem dop-

pelt belichteten Foto zweier Menschen – nicht als eigenständige, völlig verschiedene Wesen

wahrgenommen. Eine solche Verwechslungsgefahr besteht vor allem bei Partnern und Vor-

gesetzten. Zu den häufigsten Doppelbelichtungen in der Partnerschaft gehören ganz sicher diejenigen zwischen Partner und gleichgeschlechtlichem Elternteil. Aber auch Onkel, Tanten, Geschwister und sogar Großeltern kommen für eine unbewusste Verwechslung mit dem Partner infrage.


Konsequenzen

Hinweise auf eine Doppelbelichtung sind meist automatische, überzogene und unangemessene Gefühle (z. B. Angst oder Wut) und Reaktionen in Bezug auf eine bestimmte Person.


Lösungsansatz

Die Lösung der Doppelbelichtung besteht darin, die beiden verwechselten Menschen wieder als Einzelwesen zu erkennen.


Lösungsbild und Entlassungsritual

Das Vorgehen bei der Auflösung einer Doppelbelichtung ist zugleich auch ein Test, mit dem

festgestellt werden kann, ob eine solche überhaupt vorliegt. Die Stellvertreter der beiden Personen werden hintereinander aufgestellt. Dabei steht die Person aus der Vergangenheit hinten. Dann wird diese Person relativ weit zur Seite genommen, sodass der Stellvertreter des Ratsuchenden den Kopf deutlich drehen muss, um den einen oder den anderen sehen zu können.


Lösende Sätze

  • Zu der Person aus der Gegenwart: »Du bist mein Mann/mein Chef«, und »Ich habe dich verwechselt«.

  • Zu der Person aus der Vergangenheit: »Und du bist mein Vater.«

In der Regel müssen diese Sätze mehrmals wiederholt werden. Manchmal erweist es sich als

sinnvoll, diese Übung sogar eine Zeit lang in das tägliche Leben zu integrieren.

Verwechslung/ Doppelbelichtung in der Organisationsaufstellung


Doppelbelichtungen kommen in Organisations­aufstellungen häufig vor. Dabei wird der Chef

häufig mit dem eigenen Vater verwechselt.


Siehe auch »Kontextüberlagerung«.

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