Unternehmen und Unternehmer



Vor allem große Unternehmen oder Konzerne mit mehreren Tausend Mitarbeitern werden als Organisationen bezeichnet. Viele Organisationsaufsteller arbeiten jedoch auch mit kleinen Unternehmen – von der Zwei-Mann-Partnerschaft in einem Architekturbüro bis hin zum Mittelstandunternehmen mit hundert Mitarbeitern.


Ein Unternehmen dient Kunden und Mitarbeitern und sollte von Eigentümern »bedient« werden

Unternehmen können nur erfolgreich sein, wenn sie etwas anbieten, was anderen dient.

Ein Unternehmen dient. Je bedeutsamer seine Dienstleistung ist, desto größer ist auch sein Einfluss. Ein Unternehmen dient laut Bert Hellinger vor allem dem Leben – und das bedeutet primär dem Leben der Kunden und dem Leben der Mitarbeiter und deren Familien. Die Mitarbeiter haben deshalb immer Vorrang vor den Eigentümern oder den Aktionären. Aus Sicht Hellingers gehört ein Unternehmen systemisch nicht dem Eigentümer oder den Aktionären. Es gehört denen, denen es dient. Wenn der Gewinn der Firma vorwiegend den Aktionären ausgeschüttet wird – und damit den Aktionären dient –, statt für notwendige Investitionen, für neue Produkte oder für die Belegschaft benutzt zu werden, oder wenn die Aktionäre nur ihre Rendite von der Firma erwarten, ohne sich für ihre Weiterentwicklung

zu engagieren und sie damit zu bedienen, entstehen Probleme im Unternehmen.


Das Fundament des Unternehmens

Wenn der Erfolg eines Unternehmens thematisiert wird, betrachtet man oft das »Fundament« – also die Mitarbeiter, den Ruf, die Ressourcen usw. – des Unternehmens und überprüft, inwieweit dieses Fundament das Unternehmens noch trägt. Manchmal muss man erkennen, dass seine Zeit vorbei ist und dass das Unternehmen aufhören sollte. Die Kraft des Fundaments ist davon abhängig, ob in der Vergangenheit etwas in Unordnung geraten ist oder ob eine Altlast existiert. Wenn beispielsweise jemand für das Unternehmen geopfert wurde, kann das Unternehmen langfristig nicht erfolgreich sein. Mit Opfern sind in diesem Zusammenhang alle Personen gemeint, durch deren Schaden oder Verlust oder sogar durch deren Tod das Unternehmen einen Gewinn davongetragen hat. Der Unternehmer selbst muss an ihrem Verlust oder Schaden nicht persönlich beteiligt gewesen sein, um die negativen Konsequenzen spüren zu müssen. Durch das Unternehmen befindet sich der

Unternehmer in einer Schicksalsgemeinschaft mit dem Opfer, und für seinen Gewinn muss er

einen hohen Preis bezahlen.

Die Lösung besteht darin, im Unternehmen das Anliegen des Opfers durch- oder weiterzuführen. Das bedeutet, dass ein solches Unternehmen demütig wird hinsichtlich jener, die Platz machen mussten, und dienend für die Kunden und die Mitarbeiter weitergeführt wird – ohne persönliche Anmaßung. Damit werden die Opfer innerlich mit dem Unternehmer auf wohlwollende Weise verbunden und segnen seinen Erfolg. Weil Geld eines der Fundamente eines Unternehmens ist, fragt der Aufsteller bei der Suche nach Gründen für den Misserfolg eines Unternehmens in der Regel nach, woher das Geld kam, das die Gründung des Unternehmens ursprünglich möglich machte. Dies kann z. B. selbst erwirtschaftetes Geld sein, aus einem Erbe oder von Mitbeteiligten stammen oder das

Darlehen einer Bank sein. Wichtig ist dabei herauszufinden, ob dieses Geld im »Einklang« mit den Unternehmenszielen steht und ob es keine Last oder Barriere für diese darstellt.


Der Unternehmer

Der Gründer eines Unternehmens nimmt in diesem immer den ersten Platz ein. Diese Regel

wird allerdings in einem Familienunternehmen oft verletzt, wenn andere Familienmitglieder im Unternehmen arbeiten und die Rangordnung in der Familie eine andere ist (siehe dazu »Familienunternehmen«). Auch wenn ein Externer den ersten Platz an sich reißen will, leidet die Firma. Selbst wenn der Gründer die Firma übergibt, bleibt er die Seele des Unternehmens und muss dafür anerkannt werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich auf eine Firma sehr positiv auswirkt, wenn der oder die Gründer – z. B. durch Portraits in der Eingangshalle – geehrt werden.


Produkte und Projekte

Ein Produkt oder ein Projekt verhält sich in einer Aufstellung oft wie eine Person, so als sei es

etwas Lebendiges mit einer eigenen Seele. Die Fragen, die bei der Einführung von neuen Produkten oder Projekten gestellt werden müssen, können sein:

  • Dient es, genau wie das Unternehmen, dem Leben von vielen mit Liebe?

  • Dient es den Früheren oder nimmt es ihnen etwas weg?


Aufstellungstechnik

Ein Unternehmen – oder auch ein Beruf – wird in Aufstellungen »nach Hellinger« meist von einer Frau vertreten.



Querverweise: »Familienunternehmen«, »Organisation«.

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