Teamaufstellung



Eine Teamaufstellung ist eine Spezialform einer Organisationsaufstellung, bei der die Beziehungsdynamiken innerhalb eines Teams sichtbar gemacht werden. Dieser Aufstellungstyp eignet sich besonders für die Teamentwicklungsarbeit. Ein Team ist aufgrund seiner höheren inneren Bindung und der differenzierten Verbindungen unter den Teammitgliedern ein kompliziertes mehrschichtiges System und eignet sich damit für eine systemische Aufstellung. Systemische Merkmale eines Teams sind:

  • Das Team hat einen Zweck (eine Aufgabe, ein Ziel).

  • Die Mitglieder eines Teams entwickeln eine (mehr oder weniger) ausgeprägte Bindung an das Team.

  • Innerhalb eines Teams bestehen in aller Regel hierarchische Ordnungen. Dabei ist es möglich, dass Ordnungsstrukturen von außen in das Team hineingetragen werden.

  • Bedingt durch arbeitsteilige Prozesse, die Übernahme von Aufgaben anderer Teammitglieder und Vertretungsregelungen entstehen gegenseitige Verpflichtungen. Diese Verpflichtungen müssen im Team ausgeglichen werden (Ausgleich).

Es werden meist Aufstellungen mit dem ganzen Team gemacht. Dabei stellt ein Mitglied

aus dem Team (der Teamleiter, das »Problemkind« oder ein anderes, im Fokus stehendes

Teammitglied) die Situation, wie es sie im Moment sieht, auf. In einer Teamaufstellung

stehen die einzelnen Menschen im Vordergrund. Dazu stellt man noch die Aufgabe bzw.

das Ziel und, je nach Problemstellung, die begleitenden Strukturen und Instanzen, wie z. B.

den Auftraggeber, auf. Es gibt zwei Arten von Teamaufstellungen:

  • teaminterne Aufstellungen, die mit dem betroffenen Team gemacht werden. Man arbeitet also nicht mit Stellvertretern, sondern jedes Teammitglied steht für sich selbst.

  • Teamaufstellungen, bei denen die Teammitglieder durch Stellvertreter repräsentiert werden.

In beiden Fällen werden dabei Zugehörigkeiten und Rangordnungen aufgestellt und damit unmittelbar veranschaulicht. Durch die Aufstellung des Teams erfährt jeder Einzelne seinen

momentanen »Stand«. Ihm wird deutlich, »wo er steht«, »wie er steht«, mit wem er »sich zusammensetzen« oder »sich auseinandersetzen« muss.


Lösungsansatz

Oft geht es nicht darum, eine Lösung zu finden, sondern die Dynamiken im Team deutlich zu

machen. Es handelt sich in einem solchen Fall nicht um eine klassische, lösungsorientierte Systemaufstellung. Sondern es werden viele und beliebige Kriterien benutzt, nach denen sich die Teammitglieder eines Unternehmens oder einer Organisation ordnen können: Alter, Dienstalter, Berufsjahre, Ausbildungsgrad, Funktion, Kompetenz, Verantwortung etc.

Wenn das Ziel jedoch ist, ein disfunktionales Team wieder arbeitsfähig zu machen, gelten die

Regeln der Ordnungen der Macht. Dann geht es darum, die »natürliche« Ordnung im Team

wiederherzustellen – gemäß der Rangordnung in der Organisation. Teamaufstellungen neigen allerdings dazu, schnell ins Persönliche abzugleiten:

Häufig werden Themen aus dem Familiensystem ins Team hineingetragen und müssen

zunächst gelöst werden, bevor eine akzeptable Lösung gefunden werden kann (siehe dazu auch »Reinszenierung/ Neuinszenierung des Familiensystems«).

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