Symptomaufstellung



Bei einer Symptomaufstellung werden Körperteile oder Symptome, die durch Krankheit, Unfall, psychische Belastung o. Ä. beeinträchtigt sind, aufgestellt. Symptomaufstellungen werden auch Organ- oder Körperstrukturaufstellungen genannt und sind ein Format der Strukturaufstellungen. Symptomaufstellungen ähneln Krankheitsaufstellungen. Sie können die Dynamiken aufzeigen, die mit dem Symptom oder der Erkrankung verbunden sind. Für Strukturaufsteller sind Symptome meistens eine Botschaft des Körpers. Matthias Varga von Kibéd sagt dazu: »Es ist günstig, mit dem Körper ein ›Gespräch‹ darüber zu führen, was gut zu ändern wäre, und seine Nachrichten ernst zu nehmen«. Symptomaufstellungen ermöglichen ein solches »Gespräch«. Wie bei allen Strukturaufstellungen wird keine Ursache für das Symptom im Familiensystem des Ratsuchenden gesucht, wie es bei Familienaufstellungen »nach Hellinger« der Fall ist. Typische Sätze in Symptomaufstellungen

sind z. B.:

  • Bei einem Tinnitus: »Du bist mein Ohr und ich danke dir, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast, dass ich auf etwas hören soll, was mir jetzt wichtig erscheint.«

  • Bei einer Organtransplantation: »Du bist meine neue Niere, und ich bitte dich, in meinem Körper deine Aufgabe zu übernehmen und meine andere Niere zu entlasten.«


Aufstellungsstruktur

In der Symptomaufstellung können z. B. folgende Elemente aufgestellt werden:

  • das Symptom, das betroffene Organ (z. B. der Darm) oder der Körperteil (z. B. ein Bein)

  • die Ursache

  • das Ziel oder das mögliche Ergebnis

  • die Auswirkung (mögliche und vorhersehbare)

  • die vorhandenen Ressourcen

  • der Verhinderer oder die Verhinderung

Die Verbindungen zwischen dem Symptom und dem Verhinderer einer guten Lösung sind genau zu betrachten, und der Ratsuchende muss diesbezüglich umfassend begleitet werden. Die Ressourcen sind in diesem Zusammenhang die Werte und die zieldienlichen Mittel zur Unterstützung einer guten Lösung. Der Verhinderer ist in aller Regel der verdeckte Gewinn für den Ratsuchenden, wie z. B. die Loyalität zu einem Familienmitglied. Eine reine Symptomaufstellung ohne weitere Bezüge ist eher selten. Meistens gibt es als Kontexte den Gesamtorganismus, Körperteile oder Familienmitglieder.


Quellen: 198

Querverweise: »Krankheit«.

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