Paarbindung



Paarbindung in Familienaufstellungen »nach Hellinger«


Die Paarbindung ist eine wichtige systemische Bindung – eine Bindung der Liebe. Die Bindung entsteht, wenn der sexuelle Akt in Liebe vollzogen wird. Sie ist eine sehr starke Bindung, was man an ihrer Wirkung sehen kann: Die Trennung von den Eltern verursacht nicht so viel Schmerz und nicht so viele Schuldgefühle wie die Trennung von einem Partner, an den man gebunden war. In einer Paarbindung kommen nicht nur ein Mann und eine Frau zusammen, sondern auch zwei Familiensysteme. Aus diesem Grund hängen auch viele Probleme in Paarbeziehungen nicht oder kaum mit der Liebe dieser beiden Menschen zueinander zusammen, sondern sehr viel mit den Verstrickungen der beiden in ihren Systemen. Auffällig ist, dass Paare oft aus einer tieferen und unbewussten Seelenverwandtschaft heraus zueinanderfinden und in Aufstellungsseminaren

dann plötzlich verwundert feststellen, dass sich in beiden Herkunftsfamilien ein ähnliches Schicksal ereignet hat.


Als Mann und Frau in der Partnerschaft

Paare können aus Sicht Bert Hellingers nur dann eine erfolgreiche Beziehung führen, wenn die Partner sich als Mann und Frau treffen. In einer Beziehung begegnen sich männliche und weibliche Energien, die sich ergänzen. Zur Ordnung der Liebe zwischen Mann und Frau gehört daher zunächst, dass sich der Mann eingesteht, dass ihm die Frau fehlt und dass er von sich aus nie das erreichen kann, was eine Frau hat und umgekehrt.

Gerade weil sie dies zugeben, bindet sie diese Bedürftigkeit aneinander. Dem Mann

wird von der Frau das Weibliche geschenkt, die Frau bekommt vom Mann das Männliche.

Viele Männer zweifeln allerdings an ihrer Männlichkeit, und viele Frauen können ihre

Weiblichkeit nicht akzeptieren. Damit sind Beziehungsprobleme oft vorprogrammiert.

  • Männlichkeit: Die männliche Kraft wird zum Mann über seinen Vater und die anderen männlichen Vorfahren übertragen. Ist das Vater-Sohn-Verhältnis gestört, leidet auch die Beziehungs- und Bindungsfähigkeit des Mannes. Lehnt ein Mann seinen Vater ab, dann unterdrückt er das Männliche in sich selbst. Er wird dann allgemein oft als »Schwächling« oder »Muttersöhnchen« betrachtet, der im Bannkreis der Mutter ein Junge geblieben ist. Richtige Beziehungen gelingen ihm in der Regel erst, wenn er seinem Vater im Herzen zustimmen kann, wie er ist. Laut Bert Hellinger ist (in der westlichen Kultur) das Tragen eines Bartes ein Zeichen dafür, dass der Mann immer noch nicht zum Vater gelangen kann, sondern im Bannkreis der Mutter geblieben ist. In der Familie desjenigen, der einen Bart trägt, wird der Vater oft von der Mutter verachtet, und auch die Mutter des Vaters verachtete meist schon seinen Vater. Solche Dynamiken ziehen sich also häufig über mehrere Generationen hinweg.

  • Weiblichkeit: Die weibliche Kraft wird auf die Frau über ihre Mutter und die anderen weiblichen Vorfahren übertragen. Ist das Verhältnis von Tochter und Mutter gestört, ist auch die Beziehungs- und Bindungsfähigkeit der Frau gestört. Lehnt eine Frau ihre Mutter ab, unterdrückt sie das Weibliche in sich selbst. Töchter, die im Bannkreis ihres Vaters geblieben sind, haben es schwer, auf einen Mann zuzugehen und ihn als ernsthaften Partner zu akzeptieren. Richtige Beziehungen gelingen ihnen in der Regel erst dann, wenn sie ihrer Mutter im Herzen so zustimmen, wie sie ist.

Die Kraft einer guten Beziehung kommt nur durch eine gelöste Beziehung zum gleichgeschlechtlichen Elternteil zustande. Das bedeutet ein Sohn kann für seine Paarbeziehung keine Kraft von der Mutter erhalten. Das zieht sehr oft Probleme nach sich, weil sich viele Menschen vornehmen, eben nicht so zu sein bzw. zu werden, wie es ihre Eltern sind. Wenn die männliche oder die weibliche Kraft fehlt, besteht die Lösung darin, in der Aufstellung das Trennende bzw. das zu stark Bindende zwischen Kind und Elternteil in die systemische Ordnung zu bringen. Oft muss man dazu in frühere Generationen zurückgehen, weil schon Vater oder Mutter nicht das bekommen konnten, was sie selbst gebraucht hätten, um zum »Mann« oder zur »Frau« zu werden. Das Ritual, um die weibliche Kraft einer Frau ins Fließen zu bringen, ist Folgendes: Der Aufstellungsleiter stellt die Mutter hinter ihre Tochter, dahinter steht ihre Großmutter, wiederum dahinter stehen ihre Urgroßmutter und viele weitere weibliche Vorfahren in einer Linie (der sogenannten Ahnenreihe). Die hinten Stehenden legen ihre Hände auf die Schultern der vor ihnen Stehen-Paarbindung

den. Dasselbe gilt für einen Mann. Er stellt sich in eine männliche Ahnenreihe.


Ebenbürtige Partner

Die Paarbeziehung von Mann und Frau ist eine Beziehung von gleich zu gleich. Besonders wichtig ist deswegen der geglückte Ausgleich von Geben und Nehmen auf der Paarebene, denn er garantiert die Ebenbürtigkeit der Partner. Wenn der eine immer nur gibt und der andere immer nur nimmt, entspricht das der Eltern-Kind-Beziehung und nicht der eines Paares. Der Austausch von Geben und Nehmen bindet, wenn ein anäherndes Gleichgewicht zwischen den Beteiligten besteht. Nur wenn der Ausgleich stimmt, kann die Partnerschaft wachsen. Im »Minus«-Bereich fühlt man sich nicht ebenbürtig, sondern abhängig. Im »Plus« fühlt man sich überlegen. Diese Diskrepanz macht eine Begegnung auf Augenhöhe unmöglich. Wenn das Ungleichgewicht zu groß wird und ein Partner nicht mehr in den ausgleichenden Bereich kommen kann, bleibt oft nur eine Lösung: Er muss gehen. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass bei allem Verliebtsein und »Gebenwollen« auch die Ausgleichsmöglichkeit vorhanden ist. Zu einer gelungenen Partnerschaft gehört es, dass man nur so viel gibt, wie der andere nehmen kann und nur so viel nimmt oder will, wie der andere geben kann.

Der Ausgleich von Geben und Nehmen gilt auch im Schlechten. Damit Beziehungen fortbestehen können, gilt der einfache Grundsatz: Bei Positivem gibt man zur Vorsicht ein bisschen mehr zurück, bei Negativem zur Vorsicht ein bisschen weniger zurück. Bert Hellinger fasst dies folgendermaßen zusammen: »Wer sich zu gut ist, böse zu sein, zerstört die Beziehung«.

Die Ebenbürtigkeit zwischen Mann und Frau ist nicht nur durch ein nicht ausbalanciertes Geben und Nehmen gefährdet, sondern auch durch die Haltung der jeweiligen Partner. Nicht selten sind Eltern-Kind-Schemata in Paarbeziehungen erkennbar, z. B. wenn die Frau ihren Mann ständig wie einen kleinen unartigen Jungen maßregelt oder wenn die Frau zu ihrem Mann sagt: »Ohne dich kann ich nicht leben«, oder »Ich bringe mich um, wenn du mich verlässt«. Ein solches Verhalten verletzt die Ebenbürtigkeit der Partner. Der Anspruch, vom anderen fortwährend umsorgt zu werden, ist der Anspruch eines Kindes. Die Leidenschaft zwischen den Geschlechtern bleibt dann aus.


Rangordnungen und Paarbeziehungen

  • Rang zwischen Mann und Frau: Obwohl Mann und Frau ebenbürtig sind, ist es in der Regel in Familienaufstellungen so, dass der Mann den Vorrang hat. Allerdings nicht aus Überlegenheit, sondern aufgrund seiner Funktion als Hauptverdiener und der damit einhergehenden Verpflichtung, für die Sicherheit seiner Familie zu sorgen. Sind beide Elternteile berufstätig, so steht das Familienmitglied rechts, dessen Berufstätigkeit für die Versorgung der Familie deutlich relevanter ist oder die das Erscheinungsbild der Familie stärker prägt. Dieser Platz ist weder mit Privilegien noch mit einer Vorrangstellung verbunden. Er ist nur die Würdigung einer besonderen Leistung. Viele Probleme in einer Familie entstehen, weil der Erste in der Rangordnung nicht genügend gewürdigt wird. Ist ein Paar entgegen dieser Tendenz aufgestellt, so ist das System der rechts stehenden Person häufig schwerer belastet. In der Praxis des Familienstellens lässt sich leicht feststellen, ob der Mann oder die Frau an der ersten Stelle stehen sollte: Fühlen sich alle Stellvertreter wohler, wenn die Frau links vom Mann steht, bedeutet dies, dass der Mann Vorrang hat. Ist es umgekehrt, hat die Frau Vorrang. Die Erfahrung zeigt, dass der Mann in circa 70 Prozent der Familien Vorrang hat und die Frau in circa 30 Prozent der Fälle.

  • Rang zwischen Paar und Kindern: Die systemische Ordnung verlangt auch, dass die Paarbeziehung Vorrang vor der Beziehung zu den Kindern hat, weil die Beziehung zeitlich vor den Kindern existierte. Die Liebe der Eltern zueinander ist der gemeinsame Nährboden für die Liebe zu ihren Kindern. Geht die Liebe zu den Kindern den Weg über den Partner, ist die Familie intakt und die Ordnung stimmt. Wenn das Kind an die erste Stelle vor den Partner gesetzt wird, schadet das dem Partner und dem Kind (siehe dazu »Eltern-Kind-Bindung«).

  • Rang des Intimen: Ein Kind darf niemals wissen, was zur Paarbeziehung der Eltern gehört. Das geht das Kind nichts an. Gleiches gilt auch für alle anderen Personen außerhalb der Paarbeziehung. Wenn jemand aus seiner intimen Beziehungen anderen etwas offenbart, stellt dies einen Vertrauensbruch mit möglichen systemischen Folgen dar. Oft zerbricht dann die Beziehung. Das Intime muss für Außenstehende immer ein Geheimnis bleiben. Z. B. darf ein Mann seiner zweiten Frau nichts über die intime Beziehung zu seiner ersten Frau erzählen. Wenn Eltern den Kindern davon etwas erzählen, kann das negative Folgen für die Kinder haben.


Die Frau folgt dem Mann, und der Mann dient dem Weiblichen

Aus Sicht Hellingers kann eine Paarbeziehung nur dann gelingen, wenn die Frau dem Mann

folgt. Das heißt, dass sie ihm in sein Land, in seine Sprache, in seine Kultur und in seine Familie folgt und dass sie den Kindern erlaubt, ihrem Vater zu folgen. Folgen bedeutet hier nicht, ihm zu gehorchen oder ihm die Herrschaft zu überlassen, denn darin sind beide Partner gleichberechtigt.

Innerhalb der Familie ist es sogar in der Regel so, dass die Frau die Führung übernimmt.

Wenn der Mann aber der Frau folgt, gibt es Spannungen und keine erfüllte Beziehung. Es

gibt nur eine Ausnahme von dieser Regel: wenn die Familie des Mannes durch schwere Schicksale stark belastet ist. In diesem Fall müssen die Kinder im Bannkreis der Mutter und deren Familie bleiben. Andererseits gelingt die Beziehung auch nur, wenn der Mann der Frau als Ausgleich dafür dient. Aus systemischer Sicht gilt folgender, für viele durchaus provokanter Satz: »Die Frau folgt dem Mann, und der Mann dient dem Weiblichen«. Daraus ergibt sich folgendes Bild der Familie: Die Frau ist das Herz der Familie und füllt sie innerlich mit Leben aus, der Mann symbolisiert die Sicherheit und außen führt er die Familie.

In dieser Konstellation fühlten sich beide, Mann und Frau, im Allgemeinen am wohlsten

und am stärksten.


Mögliche systemische Dynamiken bei Paarbeziehungen

Beziehungsprobleme weisen meistens auf ungelöste Themen hin, die einen Partner mit der

eigenen Familie verbinden, aber auch auf ungelöste Kindheitserfahrungen. Die verschiedenen systemischen Verstrickungen können sich auf die Qualität einer Paarbeziehung auswirken:

  • Fehlende Liebe: Zur Bindung gehört Liebe, und zur Liebe gehört, dass sich beide Partner als Mann und Frau wollen. Entscheiden sie sich aus anderen Gründen füreinander, z. B. um dem anderen zu helfen, wegen sicherer finanzieller Versorgung, aus Mitleid oder Bequemlichkeit oder weil man ihn oder sie als zukünftigen Vater oder Mutter seiner Kinder haben möchte, scheitert die Paarbeziehung oft.

  • Doppelte Verschiebung: Die Übernahme der fremden Gefühle eines anderen Familienmitglieds oder die Identifizierung mit einem wichtigen früheren Partner eines Elternteils kann das Beziehungsverhalten stark beeinflussen. Eine Enkelin kann z. B. unbewusst die Wut einer Großmutter auf Männer übernehmen und deswegen ständig wütend auf ihren eigenen Mann sein, der an dem wutauslösenden Ereignis aber völlig unschuldig ist. Wer die Gefühle eines anderen nachahmt, ist als Beziehungspartner nicht einfach.

  • Doppelbelichtung: Der Partner wird unbewusst mit einer (meist gleichgeschlechtlichen) Person, z. B. einem Onkel, aus der eigenen Herkunftsfamilie verwechselt. Diese beiden Menschen werden nicht als eigenständige, völlig verschiedene Wesen wahrgenommen – vergleichbar mit einem doppelt belichteten Foto, bei dem sich die Bilder von zwei verschiedenen Menschen überlagern. Dies führt meist zu automatischen, überzogenen und unangemessenen Reaktionen.

  • Der Sog eines Partners zum Tod: Eine häufige, das Paar trennende Dynamik ergibt sich, wenn einer der beide Partner aus irgendwelchen Gründen dem Tod näher sein möchte als dem Leben (siehe dazu »Nachfolge«). Er ist dann nicht mehr wirklich anwesend, und der Versuch des anderen Partners, ihn zu halten, verschärft den Konflikt nur.

  • Angst vor Nähe: Die meisten sogenannten Nähe-Distanz-Konflikte haben laut Bert Hellinger ihren Ursprung in einer unterbrochenen Hinbewegung zur Mutter. Die daraus resultierende Angst vor Nähe wird auf den Partner übertragen. Betroffene gehen ein Stück weit auf ihren Partner zu, aber im entscheidenden Moment ziehen sie sich wieder zurück. Die Hinbewegung zum Partner wird dort unterbrochen, wo auch die Hinbewegung zu der Mutter endete.

  • Verschiedene Wertesysteme: Beide Partner kommen aus verschiedenen Familien, in denen verschiedene Regeln und Wertesysteme herrschen. Bisher hat jeder die Regeln seines Familiensystems befolgt. Dadurch hat sich jeder der beiden gut gefühlt, weil damit seine Zugehörigkeit zum Familiensystem sichergestellt war. Damit eine Paarbeziehung gelingt, muss jeder der Partner seine eigene Familie verlassen. Nicht nur im äußeren Sinne, sondern jeder muss auch die Prinzipien seiner Herkunftsfamilien verlassen und mit seinem Partner neuen Prinzipien aushandeln.

  • Kinderlosigkeit und Abtreibungen: Wenn einer der beiden Partner keine Kinder möchte, so stellt dies die Beziehung auf eine schwere Probe. Derjenige, der keinen Kinderwunsch verspürt, kann den anderen nicht zwingen, bei ihm zu bleiben. Dies gilt auch, wenn einer der Partner unfruchtbar ist. Auch eine Abtreibung schwächt die Beziehung meistens, weil etwas Gemeinsames nicht ausgetragen wird.

  • »Umerziehung« des Partners: Zur Wertschätzung und Achtung des Partners gehört es, dass man anerkennt, dass der andere genauso viel wert ist, wie man selbst, obwohl er anders ist. Der Partner ist anders, aber er ist richtig. Jeder Versuch, den Partner verändern zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt, und er zerstört die Beziehung.

  • Schicksalsschläge in der Paarbeziehung: Wenn ein Partner in einer Beziehung z. B. durch einen schweren Unfall eine Behinderung davonträgt und nicht mehr das tun kann, wozu der andere potenziell noch imstande ist, ist zwischen beiden Partnern kein Ausgleich mehr möglich. Wie auch bei Unfruchtbarkeit kann der Partner mit Handicap nicht selbstverständlich erwarten, dass der andere mit ihm teilt, was sein ganz persönliches Schicksal ist. Er muss den Partner freigeben, damit dieser sich ohne Druck und Verpflichtungen neu entscheiden kann. Wenn der Partner bleibt, muss sein Opfer gewürdigt werden. Familienaufstellungen sind keine »Ehe-Reparaturwerkzeuge«. Sie können die Ordnungen sichtbar machen, die in Beziehungen wirken, sowie Verstrickungen und mögliche Lösungswege. Aber die Lösung kann durchaus auch eine Trennung sein.


Kritische Stimmen

Die beschriebenen Prinzipien einer Paarbeziehung werden oft als patriarchalische, undemokratische und frauenfeindliche Philosophie bezeichnet. Bert Hellinger sagt dazu, dass seine Aussagen über Ordnungen in Familiensystemen kein theoretisches Postulat sind, sondern dass er über die Erfahrung aus unzähligen Familienaufstellungen durch die Rückmeldungen der Stellvertreter auf diese Aussagen gekommen ist.

Paarbindung in der Mehrgenerationalen Psychotraumatologie


Für Franz Ruppert sollen in Paarbindungen symbiotische Urbedürfnisse wie Zusammengehörigkeit, Liebe und Sorge befriedigt werden. Dies gestaltet sich auf Dauer jedoch nicht einfach, weil Männer und Frauen sehr unterschiedlich sind und sich deswegen gegenseitig verzerrt wahrnehmen. Wie lange eine Beziehung dauert, hängt von der Bereitschaft ab, sich einzubringen und gemeinsam zu wachsen, wenn die erste sexuelle

Anziehungskraft gewichen ist.

Die Qualität einer Paarbeziehung ist stark abhängig von den Beziehungen, die die Partner

zu ihren jeweiligen Eltern hatten. Davon hängt z. B. ab, ob der Partner klammert, Schwierigkeiten hat, Nähe zuzulassen oder schon bei kleinen Konflikten das Weite sucht. Wenn die Partner mit ihren Eltern symbiotisch verstrickt sind, ist ebenfalls mit Schwierigkeiten zu rechnen: Weil solche Partner in sich gespalten sind (siehe dazu

»(Spaltung in) Persönlichkeitsanteile«), haben sie sowohl einen Teil in sich, der sich nach Nähe und Liebe sehnt, sowie einen zweiten Anteil, der aufgrund der in der Kindheit gemachten schlechten Erfahrungen Angst vor zu viel Nähe hat. Die Angst, mit den unerträglichen Gefühlen aus dem eigenen Symbiosetrauma konfrontiert zu werden, lässt eine zu große emotionale Öffnung gegenüber dem Partner nicht zu. Bei Partnerkonflikten liegt die Hauptursache oft in der Kindheit. Die Kinder konnten ihre Eltern nicht erreichen und fühlten sich daher emotional nicht sicher. Daher herrscht in Beziehungen, in denen verstrickte Partner zusammen sind, ein Grundtenor vor im Sinne von: »Gemeinsam ertragen

wir unser Leid.«


Lösungsansätze

Für eine gesunde und sichere Paarbindung müssen sich die Partner von ihren jeweiligen Verstrickungen lösen. Weigert sich ein Partner, so muss der andere seinen Weg allein fortsetzen, um seelisch intakt zu werden.


Quellen: 143, 144, 145, 146

133 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Zwangsstörungen