Ordnungen der Liebe – Inhärente Prinzipien im Familiensystem



Bert Hellinger hat inhärente Prinzipien definiert (aus seiner Sicht »entdeckt«), die die Funktionsweise von Familiensystemen bestimmen. Diese Prinzipien erfordern, dass ein System einer bestimmten Ordnung folgt. Hellinger führt die unbewusste Einhaltung dieser Prinzipien auf die Existenz eines Familiengewissens zurück. Die drei Hauptprinzipien dazu lauten:

  • Jeder hat das gleiche Recht auf Zugehörigkeit zum Familiensystem.

  • Es besteht eine Hierarchie im Sinne der Zeitfolge.

  • Jede Person im System trägt ihr eigenes Schicksal.

Diese Ordnung existiert jedoch in der wirklichen Familie selten. Es werden immer Mitglieder

ausgeschlossen, andere wollen die Verantwortung für ihr Leben und für ihr Handeln nicht erkennen und übernehmen. Wenn jemand in der Familie gegen diese Ordnung verstößt, wird es vielleicht vordergründig »vergessen«, aber das Wissen darüber löst sich nicht einfach auf. Das Bedürfnis nach guter Ordnung besteht auch weiterhin. Aus diesem fundamentalen Bedürfnis heraus haben sich sogenannte »Ersatzordnungen« entwickelt, die für eine Art von Ausgleich sorgen. Verstrickungen gehören z. B. dazu: Das Ungleichgewicht im System wird von einem Mitglied einer späteren Generation ausgeglichen. Wenn z. B. jemand zu Unrecht ausgeschlossen wurde, so übernimmt jemand anderes dessen Haltung, Gefühle und Schicksal (siehe dazu auch auch »Störungen im System«). Bert Hellinger benutzt zur Beschreibung der Ordnungen der Liebe ein Bild von Krug und Wasser: Das Wasser symbolisiert die Liebe, der Krug die Ordnung. Ohne Ordnung hat die Liebe keinen Halt und zerfließt wie das Wasser, wenn der Krug zerbricht.



Quellen: 136

Querverweise: »Metaprinzipien und Grundannahmen der Systemischen Strukturaufstellungsarbeit«

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