Neun- und Zwölffelder-Aufstellung



Die Neunfelder-Aufstellung ist eine Form der Systemischen Strukturaufstellungen. Sie stellt

eine Kombination der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie mit der Aufstellungsarbeit dar. Ihre Methodik hilft, einen Überblick über sehr unterschiedliche Faktoren aus ganz verschiedenen Bereichen zu gewinnen. Sie eignet sich z. B. dazu, eine chaotische Situation zu sortieren und Internalisierungen, wie z. B. übernommene Verhaltensweisen oder Gedanken, wieder zu externalisieren.


Aufstellungsstruktur

Bei einer Neunfelder-Aufstellung werden neun Felder auf dem Boden markiert, entlang von

zwei Achsen:

  • die Zeitachse, die in drei Teile gegliedert ist: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft,

  • die Achse der Bereiche, die ebenfalls in drei Teile gegliedert ist: innerer Kontext, Person oder Team, äußerer Kontext.

Dadurch entstehen die neun (3x3) Felder. Unter innerem Kontext ist alles zu verstehen, was

üblicherweise im Inneren erlebt und gedeutet wird: Gedanken, Glaubenssätze, Emotionen,

willkürliche und unwillkürliche Körperreaktionen, Selbstgespräche, Ansichten, Körperfunktionen, Empfindungen und Verhaltensweisen. Zum äußeren Kontext gehört alles, was sich außerhalb einer Person befindet: andere Personen wie z. B. die Eltern, Personengruppen, Situationen, Ereignisse usw. Die Fragen bezüglich der Zeitachse orientieren sich an den typischen Fragen einer lösungsorientierten Kurzzeittherapie:

  • Zukunft: Woran erkenne ich, dass sich das Problem aufgelöst hat?

  • Gegenwart: Was bewährt sich im Moment?

  • Vergangenheit: Welche erfolgreichen Lösungen gab es bereits? Welche Ausnahmen gab es in der Vergangenheit?


Ablauf

Der Ratsuchende stellt zuerst den Fokus auf und wird dann gefragt, wo für ihn die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sind. Dann wird ihm erklärt, dass alles links von ihm der interne Kontext und rechts von ihm der externe Kontext ist. Der Fokus stellt die Grenze zwischen den zwei Kontexten dar. Eventuell kann man diese nun entstandenen neun Felder mit Seilen, Wollfäden oder Bodenankern markieren. Damit sind die neun Felder dann »aufgestellt«. Nun werden das Ziel und die Ressourcen aufgestellt und weitere Systemelemente, die für den Ratsuchenden und die Lösung wichtig sind, wie z. B. Eltern, Geschwister, aber auch Körperteile usw. Diese Anordnung weist darauf hin, an welcher Stelle im inneren Bild des Ratsuchenden diese Teile stehen. Sie zeigen beispielsweise an, …

  • ob vielleicht Vergangenes (z. B. die Eltern) in der Gegenwart steht und immer noch präsent ist,

  • oder ob etwas Externes intern wie eine Internalisierung angeordnet wurde.

Dann können z. B. Aussöhnungsprozesse mit Personen aus der Vergangenheit durchgeführt

werden. Falls z. B. der Fokus nicht auf seinem Platz in der Gegenwart und an der Grenze zwischen den beiden Kontexten steht, könnte dies auf Folgendes hinweisen:

  • Der Fokus steht in der Vergangenheit: Eventuell hält ihn ein vergangenes Ereignis noch in seinem Bann, oder der Ratsuchende lebt mehr in der Vergangenheit.

  • Der Fokus steht im internen Kontext: Er lebt überwiegend in der Welt der Vorstellungen.

  • Der Fokus steht im externen Kontext: Er repräsentiert einen Ausgeschlossenen.

Es wird auch darauf geachtet, wie weit die Person bezüglich ihres Anliegens vom Ziel entfernt ist und ob ihr Blick überhaupt auf das Ziel gerichtet ist.


Zwölffelder-Aufstellung

Bei der Zwölffelder-Aufstellung wird der Bereich der Zukunft ein weiteres Mal in nahe

Zukunft (Bereich des Ziels) und ferne Zukunft (Bereich eines Wunders) unterteilt. Die nahe

Zukunft wird mithilfe der Frage definiert: »Woran erkenne ich, dass ich meinem Ziel näher gekommen bin?«


Organisationsaufstellung

In Organisationsaufstellungen sind die Erfahrungen mit der Neun- und Zwölffelder-Aufstellung gut, weil es ein logisch nachvollziehbares Raster gibt. Einzelpersonen, Teams oder Abteilungen können aufgestellt werden. Im externen Kontext können z. B. Kunden, Partner oder Berater auftauchen, die hilfreich für eine Lösung sind. Fragen zu den Feldern Gegenwart/externer Kontext können z. B. sein:

  • Welche Kunden sind zufrieden?

  • Was macht sie zufrieden?

  • Wer sind vertrauenswürdige Partner oder Berater?

  • Welche Marktorientierung ist erfolgversprechend?

80 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Zeitlinie