Nachahmung/ Imitation



Eine Nachahmung liegt vor, wenn ein Kind sich ähnlich wie ein Elternteil oder ein anderes Systemmitglied verhält. Es gibt eine Regelmäßigkeit, die sich in Aufstellungen immer wieder offenbart: Wenn der Vater durch die Mutter (oder die Mutter durch den Vater) schlechtgemacht wird, dann verhält sich das Kind später genauso wie der vom anderen herabgesetzte Elternteil. Strukturaufsteller sprechen in diesem Zusammenhang

von partieller Musteridentifikation. Durch die Nachahmung dieser Vorbilder wird laut

Bert Hellinger ein Ausgleich in der Familie hergestellt. Wird z. B. ein Elternteil nicht gewürdigt, weil er Alkoholiker ist, so kann dies eine Nachahmung zur Folge haben. Sie tritt ebenfalls häufig ein, wenn über einen Elternteil schlecht gesprochen wird, die Eltern geschieden sind oder ein Elternteil gänzlich fehlt und das Kind diesen Elternteil nie kennengelernt hat. Das Kind entwickelt dann Vorstellung, dass es zum entsprechenden

Elternteil nur Nähe aufbauen kann, wenn es dessen Verhalten und Schicksal nachahmt und

teilt, indem es Eigenschaften und Charakterzüge dieser Person annimmt. Manchmal verhält

sich das Kind jedoch nach außen hin genau wie seine Familie und zeigt seine Verachtung für das Familienmitglied. Durch dieses Verhalten kann es dann zu einem Gewissenskonflikt kommen. Die Nachahmung kann auch Generationen überspringen: Z. B. wird ein Enkelkind gewalttätig, weil der gewalttätige Großvater aus der Familie ausgeklammert wurde.


Konsequenzen im System

Die Nachahmung ist die Konsequenz im System, meistens als Folge des Ausschlusses eines Systemmitglieds.


Lösungsansatz und lösende Sätze

Das ausgeschlossene Systemmitglied muss seinen Platz im System zurückbekommen, und das Kind sollte die Erlaubnis erhalten, genau so wie diese Person zu sein.

Wenn eine Mutter z. B. ihrem Kind gesagt hat: »Dein Vater war ein Säufer, werde nur nicht wie er«, sollte sie in der Aufstellung zum Kind sagen: »Ich habe deinen Vater geheiratet, weil ich ihn geliebt habe, und wenn du so werden willst wie er, dann stimme ich dem zu.«


Aufstellungstechnik

Manchmal ist es hilfreich, wenn die Anmaßung des Kindes ganz klar gezeigt wird, indem es beispielsweise sagt: »Diese Wut Papa gegenüber, das mache ich für dich!« Mit diesem Satz ist die Anmaßung und die Überbewertung der eigenen Größe zu spüren. Das Kind erhebt sich schließlich über den Vater, wenn es ihn hasst.

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