Magisches Denken/ Verhalten



Im psychologischen Sinne ist das magische Denken der zwanghafte Glaube einer Person, dass ihre Gedanken, Worte oder Handlungen ein bestimmtes Ereignis hervorrufen oder verhindern können. Dabei werden allgemein gültige Regeln von Ursache und Wirkung ignoriert. Die meisten magischen Denkinhalte sind harmlos, wie z. B. glücksbringende Rituale oder religiöse Opfer.

Bei systemischen Aufstellungen bezeichnet man z. B. mit dem magischen Denken eines Kindes die geheime Vorstellung, dass durch sein Leiden und Sterben ein anderer gerettet werden würde oder dass es ihm besser ginge, wenn es selbst tot wäre. Kinder übernehmen oft das Schicksal eines Familienmitglieds, insbesondere das eines Elternteils. Wenn der Vater z. B. sterben will (siehe »Nachfolge«), wird manchmal die Tochter magersüchtig und opfert ihr Leben, damit der Vater bleiben kann. Oder das Kind sagt zu seiner schwer kranken Mutter: »Lieber ich als du«, »Lieber werde ich krank als du. Lieber sterbe ich als du.« Es kann auch der Fall sein, dass z. B. die Mutter aus dem Leben scheiden will und das Kind Selbstmord begeht, damit die Mutter bleiben kann. Das magische Denken ist mit einer Anmaßung und mit dem Gefühl von Macht und Überlegenheit verbunden. Das Kind meint tatsächlich, es könne durch sein eigenes Kranksein und sein Sterben jemand anderen von dessen Krankheit und gar vor dem Tod erretten. Auf diese Vorstellung zu verzichten, gelingt laut Bert Hellinger nur durch Demut.

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