Lebenshemmung



Lebenshemmung in Familienaufstellungen nach Hellinger

Eine Lebenshemmung stellt eine Form von Verstrickung dar, bei welcher sich der Ratsuchende nicht traut, sein Leben voll und ganz zu leben. So fühlt sich beispielsweise ein Kind, dessen Mutter bei der Geburt starb, schuldig, und traut sich nicht, fröhlich und glücklich zu sein. Menschen, die eine systemische Lebenshemmung haben, können sehr alt werden, leben die meiste Zeit jedoch so, als seien sie bereits tot. Solche Menschen wirken apathisch, als seien sie gar nicht richtig anwesend. Zu einer Lebenshemmung kann es aufgrund von Identifizierung, Nachfolge oder einer Übernahme von fremden Gefühlen wie der Todessehnsucht kommen. Bei der Dynamik der Nachfolge z. B. lässt die tiefe Sehnsucht nach einem geliebten toten Menschen in dem Ratsuchenden den Wunsch entstehen, auch zu sterben, um wieder bei der vermissten Person zu sein. In jeden Fall verschwindet ein Teil der Lebensenergie zu dem Toten.

Ein weiterer Grund, aus dem eine Lebenshemmung auftreten kann, ist der Umstand, dass der Betroffene möglicherweise der einzige Überlebende eines Unfalls oder das erste überlebende Kind nach mehreren Fehlgeburten ist. Wenn jemand wie in den genannten Fällen schicksalhaft einen Gewinn erfährt, während andere einen Verlust erleiden, ist das oft seelisch nicht erträglich. Der Betroffene traut sich oft nicht, sein Glück anzunehmen.

Folgender beispielhafter Umstand ist auch häufig für eine Lebenshemmung verantwortlich:

Wenn bei einer »Muss-Heirat«, weil das Kind schon unterwegs war, beide Eltern unglücklich

sind, fühlt sich das Kind oft schuldig. Es nimmt die Schuld auf sich und leidet als Ausgleich für das Unglück der Eltern. Ebenso kann das Wissen, ein »unerwünschtes Kind« zu sein, oder

wenn ein Elternteil während der Schwangerschaft Abtreibungsgedanken hatte, zu Lebenshemmungen führen.


Lösungsansatz

Die Verstrickung sollte aufgelöst werden (siehe dazu »Verstrickung«).

Wenn der Ratsuchende ein Überlebender ist, ist es ratsam, sich von dem Opfer zu verabschieden und sich beim Schicksal zu bedanken. Eine Übung, die oft empfohlen wird, besteht für den Ratsuchenden darin, jedes Mal, wenn er jemanden begrüßt, innerlich zu sagen »Ich lebe!«. Diese Übung sollte über mehrere Wochen gemacht werden.


Lösende Sätze

z.B. bei der Dynamik der Nachfolge: »Lieber Bruder. du bist tot, ich bleibe noch ein bisschen. Dann sterbe ich auch.«

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