Klärende Sätze



Neben den lösenden Sätzen, die in der Regel zum Abschlussbild einer Aufstellung gehören,

werden von Aufstellungsleitern andere, sogenannte klärende Sätze benutzt, die eine positive

Weiterentwicklung der Aufstellung unterstützen sollen. Die typischen Anwendungsbereiche von klärenden Sätzen sind beispielsweise folgende Themengebiete:


Sehen und Wahrnehmen, z. B.

die Mutter zur Tochter, die sie bisher wegen einer Verstrickung ignoriert hatte: »Ich sehe dich jetzt.«


Benennen, was ist, z. B.

  • »Ich bin wütend auf dich.«

  • »Es hat mich verletzt.«

  • »Ich habe mich geirrt.«

  • der Mitarbeiter zu seinen Chef, den er unbewusst mit seinem Vater verwechselt hatte: »Ich habe Sie verwechselt.«


Klärung von Zuständigkeiten bzw. Abgrenzung, z. B.

  • »Ich bin nur das Kind.«

  • »Ich übernehme die Verantwortung.«

  • »Ich bin Projektleiter, Sie sind der Abteilungsleiter.«


Dank und Bitte, z. B.

  • das Kind zu den Eltern: »Ich danke euch, dass ihr mir das Leben geschenkt habt. Ich mache das Beste daraus.«

  • das Kind zu den Adoptiveltern: »Danke für alles, was ihr für mich tut.«

  • »Durch dich habe ich viel gelernt.«

  • »Um das Projekt zum Erfolg zu bringen, brauche ich eure Unterstützung.«


Unterstützung, Erlaubnis, z. B.

Eine Person in der Dynamik »Nachfolge«: »Schaue freundlich, wenn ich es mir gut gehen

lasse«, oder »Bitte segne mich.«


Zeitbezug, z. B.

bei einer ganz neuen Situation, z. B. wenn sich ein Vater zum ersten Mal zu seinem

Kind hinwendet: »Ich brauche noch etwas Zeit«, bzw. »Ich gebe dir die Zeit, die du

brauchst.«


Bei einer Blockade, z. B.

wenn jemand eine Schuld nicht anerkennt oder eine angemessene Verneigung nicht vollziehen kann usw. Um die Dynamik und die möglichen Konsequenzen zuzuspitzen, ist es dann manchmal nützlich, auf die Gegenseite zu gehen, die Nicht-Veränderung zu betonen und das Ganze dadurch eventuell sogar ad absurdum zu führen, z. B.:

  • ein Sohn zu seinen Eltern: »Ich werde lieber krank, bevor ich etwas von euch annehme/ um Unterstützung bitte.«

  • ein Mitarbeiter, der in ein riskantes Projekt verwickelt ist: »Lieber gehe ich mit unter, als dass ich das Schiff verlasse.«

Querverweise: »Sprache bei Aufstellungen« und »Lösende Sätze«

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