Genogramm & Vorbilder



Genogramm

Ein Genogramm ist die bildliche Darstellung der Familienbeziehungen in einem Familiensystem. Das Genogramm ähnelt im Aufbau einem Familienstammbaum, geht jedoch inhaltlich weit darüber hinaus. Auch schwere Schicksale wie früher Tod, Mord, Selbstmord, Verlust der Heimat und sich innerhalb der Familie wiederholende Verhaltensmuster wie Alkoholismus oder Missbrauch, aber auch Adoptionen, die medizinische Vorgeschichte und Geisteskrankheiten, innerfamiliäre Konflikte usw. werden visualisiert. Die Informationen eines Genogramms dienen der Interpretation der Aufstellung.

Genogramme werden auch in der Familienforschung, in der Medizin, in der Psychologie und

Psychiatrie, in der Bildung und in der Sozialpädagogik angewandt.


Vorbilder

Eine der Standardmethoden im klassischen Familienaufstellen besteht darin, nach der Befragung des Ratsuchenden zu seinem Anliegen ihn nach seinen sogenannten Vorbildern zu fragen. Darunter versteht man diejenigen Personen im Familiensystem, denen man bewusst oder meistens eher unbewusst nacheifert. Bei Familienaufstellungen dient das Entwickeln eines Genogramms vorwiegend der Suche nach diesen Vorbildern. Typische Fragen dafür sind:

  • Wem in der Familie haben Sie sich ähnlich gefühlt?

  • Gibt es in der Familie Mitglieder, die ausgeschlossen, vergessen oder verachtet wurden? Dazu zählen »schwarze Schafe«, früh Verstorbene, in Anstalten abgeschobene Behinderte u. a.

  • Erlitten einer oder mehrere Angehörige schwere Schicksale wie z. B. Verlust der Heimat oder andere traumatische Erlebnisse?

  • Gab es in der Familie sexuellen Missbrauch?

  • Hat jemand in der Familie Schuld am Tod oder am schweren Schicksal eines anderen?

  • Gibt es chronische Krankheiten oder Suchtprobleme? Wer ist davon betroffen?

  • Hat schon mal jemand seinen gesamten Besitz verloren?

  • Musste jemand auf sein Erbe verzichten?

  • Gibt es ein Familiengeheimnis?

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