Erfolg & Glück



Erfolg & Glück in Familienaufstellungen nach Hellinger

Bestimmte Personen erlangen im Beruf keinen Erfolg, obwohl sie alle Voraussetzungen dafür

mitbringen. Manchmal ähnelt ihre Karriere einer Berg- und Talfahrt. Sie gehen als Selbstständige z. B. wiederholt pleite oder heuern in verschiedenen Firmen an, die in den Bankrott steuern. Dasselbe gilt für Menschen, die trotz guter Jobs ständig in Geldnot geraten. Es kann unterschiedliche Gründe dafür geben, dass jemandem der Erfolg oder das Glück verweigert wird:


Zerstörte Bindung zur Mutter

Der Beruf steht laut Bert Hellinger stellvertretend für die Mutter. Wer Probleme im Beruf

hat, hat Probleme mit seiner Mutter. Erfolg im Beruf hängt mit der Mutterbindung zusammen. Für Bert Hellinger »hat der Erfolg das Gesicht der Mutter.« Alles beginnt bei der Mutter, sie »nimmt uns an ihre Brust und nährt. Mit ihrer Milch nehmen wir das Leben außerhalb von ihr […]. Später in Leben zeigt sich: Wem es gelang, seine Mutter auf diese Weise voll anzunehmen, der wird erfolgreich und glücklich.« Deshalb ist der Weg zur Mutter auch der Weg zum Erfolg: »Wie einer zu seiner Mutter steht, so hat er Erfolg. Wer keine Arbeit hat, hat keine Mutter; wer keine Freude an der Arbeit hat, hat auch keine Freude an der Mutter. Wer seine Mutter hat, der hat Freude an der Arbeit, und er hat Erfolg.

Er wird geliebt, was auch wichtig ist für den Erfolg. Wer seine Mutter liebt, wird von anderen

geliebt.« Umgekehrt hat derjenige Misserfolg, der keinen Zugang zu seiner leiblichen Mutter

hat. Dies ist z. B. bei vielen Adoptierten der Fall, die ihr innerlich Vorwürfe machen. »So weit jemand seine Mutter ablehnt, so weit lehnt er auch das Leben und das Glück ab und seine Arbeit und seinen Beruf. Auf die gleiche Weise und so weit, lehnt ihn auch das Leben ab und seine Arbeit und sein Beruf.« Man sollte aktiv Schritt für Schritt zum Erfolg gehen und sollte bei jedem Schritt die Mutter liebevoll hinter sich spüren. Es gibt mehrere Gründe, aus denen ein Kind seine Mutter nicht annehmen kann:

  • Unterbrochene Hinbewegung: Das Kind erlebte eine frühe Trennung von der Mutter (z. B. Erkrankung der Mutter oder des Kindes selbst), während der es sie nicht sehen oder spüren konnte. Eine früh unterbrochene Hinbewegung zur Mutter erweist sich später als entscheidendes Hindernis für Erfolg.

  • Eine Anmaßung des Kindes: Wenn ein Kind gegen die Rangfolge des Gebens und Nehmens verstößt, bestraft es sich selbst häufig mit Scheitern und Untergang schwer, weil es tief in seinem Herzen diese falsche Position als Anmaßung empfindet, auch wenn es sie aus Liebe zu Vater oder Mutter eingenommen hat (siehe dazu »Anmaßung«).


Verstrickung mit einem Familienmitglied

Misserfolg kann auch das Ergebnis einer Verstrickung sein. Viele Menschen gönnen sich

keinen Erfolg oder können beruflichen Erfolg nicht annehmen, weil andere Familienmitglieder ihn auch nicht haben konnten oder etwas Existenzielles verloren haben. Wenn sich jemand häufig verschuldet oder nicht mit Geld umgehen kann, liegt dem oft eine finanzielle Familientragödie zugrunde. Es lohnt sich auch nachzuforschen, ob vielleicht ein Vorfahr sein Geld oder seine Firma z. B. in einem Krieg verloren hat oder ob jemand durch ein schweres Schicksal daran gehindert wurde, sich beruflich zu entfalten. Dasselbe gilt auch für Glück: Ein Kind empfindet es oft als »Verrat« an seiner Familie, wenn es ihm besser geht als es – seiner Meinung nach – seinen Eltern ging. Wenn Kinder Glück haben, deren Ahnen Unglück erlitten, schwingt bei diesen Kindern häufig eine große Angst des »Ausgeschlossenseins« aus dem Familiensystem mit. Aus diesem Grund übernehmen Kinder oder später Geborene häufig unbewusst dasselbe Schicksal und verzichten auf ihren vollen Erfolg oder begrenzen ihr Glück selbst. Im Unglück ist man sicher – man gehört zum System, wie grotesk dies auch immer erscheinen mag.


Mögliches Aufstellungsbild

Bert Hellinger sagt, dass man bei jeder Person sofort sehen kann, ob sie mit ihrer Mutter in

Verbindung ist oder nicht. Alle Stellvertreter, die freundliche Gesichter machen, zeigen damit

an, dass die entsprechenden Familienmitglieder eine gute Verbindung zu ihrer Mutter haben.


Lösungsansatz

  • Bei einer fehlenden Ehrung der Mutter: Der Ratsuchende sollte seine Mutter ins Herz schließen. Die Hinbewegung zur Mutter ist eine Hinbewegung zum Erfolg.

  • Bei einer Verstrickung: Die Verstrickung muss aufgedeckt werden, und jeder sollte sein Schicksal tragen. Dafür wird in der familiensystemischen Arbeit fast immer dieselbe Methode benutzt: Etwas wurde verloren. Das muss man respektieren, vor allem demjenigen gegenüber, der es verloren hat. Danach sollte der Ratsuchende sich umdrehen und in seine eigene Richtung, in Richtung Fülle gehen.


Lösende Sätze

  • Bei einer fehlenden Ehrung der Mutter: »Mama, bitte!«, mehrmals, zuerst laut und drängend, dann ganz ruhig.

  • Bei einer Verstrickung, z. B.: »Lieber Großvater, ich respektiere deine schwierige Erfahrung, alles verloren zu haben. Bitte, schaue freundlich auf mich, wenn ich bleibe und mein Leben in Glück und Liebe lebe.«


Lösungsbild und Rituale

Bei einer fehlenden Ehrung der Mutter:

  • Wenn das Kind seine Mutter verachtet, muss es sich als Ausdruck für seine Achtung und Demut tief vor ihr verneigen.

  • Wenn die Liebe nur »ins Stocken geraten« ist, weil das Kind beispielsweise mit einem anderem Systemmitglied verstrickt ist, reicht in der Regel eine Umarmung, um die Liebe wieder fließen zu lassen. Dabei ist es von großer Wichtigkeit, dass das Kind zu den Eltern geht und nicht umgekehrt. Bei der Umarmung ist es auch wichtig, dass das Kind die Arme unten und der Elternteil die Arme oben hat, sodass kein Zweifel darüber entsteht, wer der »Große « und wer der »Kleine« ist.

Bei einer Verstrickung:

  • In der Regel verneigt sich der Ratsuchende leicht vor dem Ahnen, der etwas Existenzielles verloren hat. Diese Verneigung stellt ein Zeichen des Respekts dar. Der Ratsuchende muss in jedem Fall mit innerer Beteiligung den Verlust des Ahnen aussprechen.

  • Es ist wichtig, dass man sich tatsächlich umdreht und in seine eigene Richtung, in seine eigene Zukunft geht.

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