Einzelaufstellungen



Aufstellungen finden oft unter Fremden in sogenannten »stranger groups« statt. Die Teilneh-

mer eines Seminars stehen jeweils füreinander als Repräsentanten zur Verfügung. In einer

Einzelaufstellung wird, anstatt mit Stellvertretern wie in der Gruppenaufstellung, mit Bodenankern zu zweit (nur der Klient und der Berater) gearbeitet.

Bodenanker sind meist weiße Blätter Papier in DIN-A4 Größe, die auf dem Boden positioniert werden, wobei die Papierflächen die jeweiligen Stellvertreterpositionen repräsentieren. Kissen oder Stühle können auch als Bodenanker genutzt werden. Auf den Blättern ist z. B. ein Dreieck aufgezeichnet, dessen Spitze die Blickrichtung der aufgestellten Personen anzeigt. Die Arbeitsweisen sind sehr flexibel und können sogar innerhalb einer Aufstellung wechseln. Diese Aufstellungsmethode kann nach den gleichen Prinzipien wie bei den »stranger groups« angewandt werden. Nach dem Vorgespräch wählt der Aufstellungsleiter diejenigen Personen aus, die für die Problemlösung relevant erscheinen. Er übergibt dem Ratsuchenden die entsprechende Anzahl von Blättern und leitet ihn, vergleichbar wie in einer Gruppenaufstellung, an. Z. B.: »Hier ist ein Blatt für Ihren Vater, Ihre Mutter usw. und eines für Sie selbst. Suchen Sie hier im Raum einen stimmigen Platz für jede dieser Personen aus.« Der Ratsuchende legt die Blätter auf dem Boden aus und stellt sich an die Stelle im System, die er für sich auswählt hat. Der Aufstellungsleiter unterstützt den Ratsuchenden im Erfahren und Wahrnehmen der eigenen Position, aber auch im Spüren und im »in Resonanz sein« mit den anderen Plätzen des Systems. Ein Teil der Stellvertreterpositionen wird vom Aufstellungsleiter besetzt. Er teilt seine Empfindungen und

Wahrnehmungen, die mit den jeweiligen Plätzen verbunden sind, dem Ratsuchenden mit.

Die Einzelaufstellung ist eine gute Alternative zur Gruppenarbeit, grundsätzlich sind jedoch

Gruppenseminare intensiver. Einzelaufstellungen stellen eine Möglichkeit für all die Ratsu-

chenden dar, die ihr Anliegen nicht im (Gruppen-)Aufstellungsseminar bearbeiten wollen.

Manche Menschen empfinden zu viele Ängste oder verfügen nicht über einige Tage Zeit für

eine Gruppenseminar. Einzelaufstellungen werden z. B. oft in der Coaching-Arbeit mit Ma-

nagern genutzt. Wenn keine Gruppe zur Verfügung steht, ist die Einzelaufstellung eine geeignete und geschützte Alternative.


Siehe auch »Aufstellungsformate« und »Figuren (Aufstellung mit Figuren)«.

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