Bulimie



Allgemein


Die Bulimie, auch Ess-Brechsucht oder Ochsen- bzw. Stierhunger genannt, gehört zusammen mit der Magersucht und der Esssucht zu den Essstörungen. Bulimieerkrankte sind

meist normalgewichtig, können jedoch auch unter- oder übergewichtig sein. Das typische

Merkmal sind Heißhungerattacken, nach denen sogenannte gegenregulatorische Maßnahmen ergriffen werden, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Hierzu zählen selbstinduziertes Erbrechen, Hungern, extreme Diäten, exzessiver Sport, der Missbrauch von Laxanzien (Abführ-) und Brechmitteln. Von Bulimie sind überwiegend (zu 90–95 Prozent) Frauen betroffen – circa 600 000 in Deutschland.

Bulimie in Familienaufstellungen nach Hellinger

Wenn ein Mädchen Bulimie entwickelt, bilden aus Sicht Bert Hellingers häufig Abwertung,

Ausklammerung und Missachtung des Mannes durch die Mutter den Hintergrund der Krank-

heit. Das Kind »darf« seinen Vater nicht lieben. Das Kind darf das, was vom Vater kommt, nicht (an-)nehmen bzw. behalten. Bei Bulimie nimmt die Tochter die Nahrung zwar zu sich, erbricht sie jedoch wieder. In diesem Vorgang stellen das Nehmen die Achtung der Mutter und das Spucken die Achtung des Vaters dar. Dieses Symptom kann sich auch um eine Generation versetzt entwickeln. Es kann durchaus der Fall sein, dass das Kind mit jemandem im System verstrickt ist, der keinen Vater hatte, weil dieser z. B. früh verstorben ist oder abwesend war. Es kann vorkommen, dass eine Magersucht in eine Bulimie übergeht. Dann ist die Dynamik eine andere. Die Magersucht heißt: »Ich will sterben«, und das Essen »Ich will leben«. Wenn die Tochter das Essen erbricht, sagt sie wieder »Ich will sterben«. Das Erbrechen ist dann eine Fortsetzung der Magersucht.


Lösungsansatz

Die Tochter sollte von beiden Elternteilen, das heißt, von der Mutter und vom Vater nehmen

können. Bert Hellinger schlägt Bulimiekranken vor, sich bei jedem Mal, wenn sie gerade ihrem Suchtverhalten nachgeben, vor dem geistigen Auge ein Bild des Vaters vorzustellen und zu sagen: »Papa, bei dir schmeckt es mir, von dir nehme ich gern.«

Wenn die Bulimie eine Fortsetzung der Magersucht ist, sollte sie dieser Dynamik entsprechend gelöst werden.


Lösende Sätze

  • »Mama, ich nehme ihn jetzt als meinen Vater. Ich nehme dich und nehme ihn. Mir schmeckt es bei dir und schmeckt es bei ihm.«

  • »Mama, bitte schaue freundlich auf mich, wenn ich auch von Papa nehme.«Lösungsbild und Entlassungsritual

Die Tochter schaut den Vater an und spricht den lösenden Satz. Noch wirksamer ist es, wenn

die Mutter sie in diesem Moment ansieht oder wenn die Mutter ihren Segen gibt.

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