Alter-Ego-Methode



Alter-Ego-Methode nach Systemischen Strukturaufstellungen


1. Allgemein

Manchmal ist ein erwachsener Ratsuchender von (meist traumatisierenden) Ereignissen belastet, die zu früheren Zeitpunkten seiner Biografie stattgefunden haben. In einer Aufstellung wird dies oft durch kindliches Verhalten oder kindliche Äußerungen des Fokus sichtbar. Es ist dann nützlich, wenn zum Fokus noch der Ratsuchende selbst in die Aufstellung gestellt wird. Der Fokus übernimmt dann die Rolle des jüngeren, verletzten Anteils. Dies ist z. B. nützlich, wenn der Fokus den Ratsuchenden als Fünfjährigen

repräsentiert. Wenn der Ratsuchende in die Aufstellung hineintritt, kann er mit dem Fünfjährigen, der er gewesen ist, sprechen, diesen umarmen und so diesen Teil von sich integrieren. Die Idee dieser Methode wurde ursprünglich von Siegfried Essen entwickelt.


2. Aufstellungstechnik

Wenn keine Klarheit über das Ereignis besteht, wird der Ratsuchende manchmal aufgefordert, spontan eine Zahl zu nennen. Diese Zahl bezeichnet dann oft das Alter, in dem das traumatisierende Ereignis geschehen ist.


3. Lösende Sätze

  • Der Leiter zum Erwachsenen: »Der Fünfjährige konnte nicht wissen, dass es dich einmal geben wird. Aber du weißt, dass es ihn gab, und wenn er sich bei dir meldet, weißt du in Zukunft, wer sich bei dir meldet, und du kannst ihn freundlich bei dir aufnehmen.« Am Ende des Rituals: »Es ist gut zu wissen, dass du gleichzeitig fünf und 30 Jahre alt sein kannst.«

  • Der Erwachsene zum kindlichen Teil: »Ich bin für dich da. Willkommen, du hast immer einen guten Platz bei mir. Du kannst sicher sein, dass du immer einen guten Platz bei mir hast, wenn du dich bei mir meldest.«

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