Alleinerziehender Elternteil



Alleinerziehender Elternteil in Familienaufstellungen nach Hellinger


Die Tatsache, dass ein Elternteil ein Kind allein erzieht, kann die Folge einer Trennung oder

Scheidung sein. Wenn sich beide Elternteile mit Respekt begegnen und das Kind zu beiden

gehen kann, gibt es keine gravierenden Konsequenzen im System.

Es kann aber auch eine freiwillige Entscheidung gewesen sein, z. B. wenn die Frau den Mann

dazu benutzt hat, Kinder zu bekommen, aber keine Partnerschaft mit ihm wollte oder ein Elternteil alle Kontakte zum anderen Elternteil abgebrochen hat. Solche Fälle sind ein Verstoß gegen die systemische Ordnung: Kindern wird Unrecht getan, wenn ihnen z. B. der Vater vorenthalten wird. Mit einer solchen Entscheidung verachtet und verdrängt die Mutter auch das Männliche. Insbesondere ihre eigenen Wurzeln zu kennen, ist für Kinder immer ein großes Bedürfnis. Sie wollen wissen, woher sie kommen und zu wem sie gehören. Nur so können sie sich als vollständige, ganze Wesen erleben (siehe dazu »Eltern-Kind-Bindung«).

Es kann auch sein, dass ein Elternteil durch Unfall, Krankheit oder im Krieg früh verstorben ist. Auch dann ist es systemisch gesehen wichtig, dass dieser Elternteil seinen Platz im System behält.


1. Konsequenzen im System

Wenn kein Kontakt zu einem Elternteil besteht oder dieser sogar verboten wird, rächen sich die Kinder später oft an der Mutter. Aus solchen Familien stammen oft auch Jungen, die das Männliche in einer verzerrten Form zum Ausdruck bringen, weil es bei ihrer Mutter keine Achtung erfahren hat. Laut Bert Hellinger ist eine rechtsradikale Einstellung oft »Rache« an der Anmaßung der Mutter, die meinte, sie könnte den Vater verachten oder verbannen.10 Es kann aber auch sein, dass der Junge Probleme hat, seine männliche Kraft zu finden und sich im Leben zu wehren. Bei einem früh verstorbenen Elternteil kann das Kind dem verstorbenen Elternteil in den Tod folgen wollen (siehe dazu »Nachfolge«).



2. Lösungsansatz

Selbst wenn ein Elternteil wenig oder nichts vom anderen Elternteil weiß, sollte er dafür Sorge tragen, dass das Kind ein gutes Gefühl hinsichtlich seiner Abstammung entwickelt. Dies gilt auch für früh verstorbene Väter oder Mütter, indem z. B. die Mutter versucht, den verstorbenen Vater zu »erhalten«. In einer Aufstellung sollte der fehlende Elternteil (oft der Vater) geachtet werden und seinen Platz im System zurückbekommen.


3. Lösungsbild

Das Kind kann seinen Vater umarmen, wenn es dies wünscht.

49 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Zwangsstörungen